Die Pflege eines Grabes ist für viele eine wichtige Aufgabe, die nicht nur emotional bedeutsam ist, sondern auch Zeit und Geld kostet.
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Friedhofsordnung gibt die Antwort
Die Friedhofsordnung regelt, wer das Nutzungsrecht an einer Grabstelle erhält, wenn der ursprüngliche Erwerber stirbt. In den meisten Fällen übernimmt zunächst der Ehepartner oder der eingetragene Lebenspartner diese Verantwortung. Falls es keinen Partner gibt, geht das Nutzungsrecht an die volljährigen Kinder oder Enkelkinder über, wenn sie zustimmen. Gibt es auch in dieser Verwandtschaftslinie niemanden, bestimmen die Friedhofsordnungen oft, dass das Recht auf Verwandte der zweiten oder dritten Erbfolge übergeht – also Eltern, Geschwister, Neffen, Nichten oder auch Onkel und Tanten. Übernimmt niemand das Recht, kann es zurückgegeben werden.
Erbengemeinschaft: Wer übernimmt die Grabpflege?
Auch wenn es mehrere Erben gibt: Wer das Nutzungsrecht übernimmt, richtet sich nach der Reihenfolge in der Friedhofsordnung, und die Übernahme setzt die Zustimmung der Person voraus. Wer sich um die Pflege kümmert, können die Angehörigen untereinander absprechen und Aufgaben und Kosten aufteilen.
Sonderregelungen: Vertrag oder Testament
Es besteht auch die Möglichkeit, dass der ursprüngliche Erwerber bereits zu Lebzeiten eine andere Person – die nicht zwingend zur Familie gehören muss – für die Grabpflege benennt. Hierfür muss ein Vertrag mit der Friedhofsverwaltung geschlossen werden, und die benannte Person muss natürlich einverstanden sein.
Eine andere Option ist, dass der Erblasser im Testament eine bestimmte Person mit der Pflege betraut und vielleicht sogar Geld dafür hinterlässt. In einigen Fällen kann dies auch eine Gärtnerei oder die Gemeinde sein, die mit der Pflege beauftragt wird.
Was passiert, wenn niemand die Grabpflege übernimmt?
Übernimmt niemand das Nutzungsrecht, kann es zurückgegeben werden. Wird das Grab über längere Zeit nicht gepflegt, kann der Friedhofsträger die Rechte entziehen und die Grabstätte einebnen. Die Kosten übernimmt das Sozialamt nicht von selbst: Reichen Nachlass und eigene Mittel für die erforderlichen Bestattungskosten nicht aus, können die Verpflichteten beim Sozialhilfeträger die Übernahme nach § 74 SGB XII beantragen. Das Amt prüft Nachlass, Einkommen und Vermögen.
Fazit
Die Verantwortung für ein Grab geht nach dem Tod des ursprünglichen Erwerbers an die nächsten Verwandten über, wenn sie zustimmen – meist den Ehepartner, die Kinder oder andere Familienangehörige. Alternativ kann der Erblasser zu Lebzeiten über einen Vertrag oder ein Testament festlegen, wer die Grabpflege übernimmt. Und übernimmt niemand das Nutzungsrecht, kann es zurückgegeben werden; ein ungepflegtes Grab kann der Friedhofsträger einebnen.



