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Nachlassabwicklung

Wer ist für ein Grab verantwortlich, wenn der Erwerber stirbt?

Wer nach dem Tod des Erwerbers für ein Grab verantwortlich ist, regelt die Friedhofsordnung: Das Nutzungsrecht geht in einer festgelegten Reihenfolge auf Angehörige über, meist zuerst auf den Ehe- oder Lebenspartner, dann auf die volljährigen Kinder, und die Übernahme setzt deren Zustimmung voraus. Zu Lebzeiten kann der Erwerber über einen Vertrag oder ein Testament festlegen, wer die Grabpflege übernimmt.

Veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert am Lesezeit ca. 3 Minuten

Rechtsstand: 04.09.2024 · Die genannte Rechtsprechung entspricht dem Stand zu diesem Datum.

Klaus Dieter Girnt

Vorstand der lightzins eG · Berufs-Nachlasspfleger (DVEV) · Testamentsvollstrecker (DVEV) · Dozent an der VHS Bochum und weiteren öffentlich-rechtlichen Bildungsstätten · BAFA- und KfW-akkreditiert · Gründungsmitglied der lightzins eG

Eine Frau geht mit einer Gießkanne einen Kiesweg entlang, vorbei an gepflegten Gräbern auf einem Friedhof

Die Pflege eines Grabes ist für viele eine wichtige Aufgabe, die nicht nur emotional bedeutsam ist, sondern auch Zeit und Geld kostet.

Friedhofsordnung gibt die Antwort

Die Friedhofsordnung regelt, wer das Nutzungsrecht an einer Grabstelle erhält, wenn der ursprüngliche Erwerber stirbt. In den meisten Fällen übernimmt zunächst der Ehepartner oder der eingetragene Lebenspartner diese Verantwortung. Falls es keinen Partner gibt, geht das Nutzungsrecht an die volljährigen Kinder oder Enkelkinder über, wenn sie zustimmen. Gibt es auch in dieser Verwandtschaftslinie niemanden, bestimmen die Friedhofsordnungen oft, dass das Recht auf Verwandte der zweiten oder dritten Erbfolge übergeht – also Eltern, Geschwister, Neffen, Nichten oder auch Onkel und Tanten. Übernimmt niemand das Recht, kann es zurückgegeben werden.

Erbengemeinschaft: Wer übernimmt die Grabpflege?

Auch wenn es mehrere Erben gibt: Wer das Nutzungsrecht übernimmt, richtet sich nach der Reihenfolge in der Friedhofsordnung, und die Übernahme setzt die Zustimmung der Person voraus. Wer sich um die Pflege kümmert, können die Angehörigen untereinander absprechen und Aufgaben und Kosten aufteilen.

Sonderregelungen: Vertrag oder Testament

Es besteht auch die Möglichkeit, dass der ursprüngliche Erwerber bereits zu Lebzeiten eine andere Person – die nicht zwingend zur Familie gehören muss – für die Grabpflege benennt. Hierfür muss ein Vertrag mit der Friedhofsverwaltung geschlossen werden, und die benannte Person muss natürlich einverstanden sein.

Eine andere Option ist, dass der Erblasser im Testament eine bestimmte Person mit der Pflege betraut und vielleicht sogar Geld dafür hinterlässt. In einigen Fällen kann dies auch eine Gärtnerei oder die Gemeinde sein, die mit der Pflege beauftragt wird.

Was passiert, wenn niemand die Grabpflege übernimmt?

Übernimmt niemand das Nutzungsrecht, kann es zurückgegeben werden. Wird das Grab über längere Zeit nicht gepflegt, kann der Friedhofsträger die Rechte entziehen und die Grabstätte einebnen. Die Kosten übernimmt das Sozialamt nicht von selbst: Reichen Nachlass und eigene Mittel für die erforderlichen Bestattungskosten nicht aus, können die Verpflichteten beim Sozialhilfeträger die Übernahme nach § 74 SGB XII beantragen. Das Amt prüft Nachlass, Einkommen und Vermögen.

Fazit

Die Verantwortung für ein Grab geht nach dem Tod des ursprünglichen Erwerbers an die nächsten Verwandten über, wenn sie zustimmen – meist den Ehepartner, die Kinder oder andere Familienangehörige. Alternativ kann der Erblasser zu Lebzeiten über einen Vertrag oder ein Testament festlegen, wer die Grabpflege übernimmt. Und übernimmt niemand das Nutzungsrecht, kann es zurückgegeben werden; ein ungepflegtes Grab kann der Friedhofsträger einebnen.

Über den Autor
Klaus Dieter Girnt

Klaus Dieter Girnt

Vorstand der lightzins eG

Klaus Dieter Girnt setzt sich seit über 30 Jahren dafür ein, dass Menschen im Alter ihren Lebensstil beibehalten können und ihre individuellen Wünsche bestmöglich absichern. Er ist Autor des Buchs „ich habe vorgesorgt“.

  • Berufs-Nachlasspfleger (DVEV)
  • Testamentsvollstrecker (DVEV)
  • Dozent an der VHS Bochum und weiteren öffentlich-rechtlichen Bildungsstätten
  • BAFA- und KfW-akkreditiert
  • Gründungsmitglied der lightzins eG

Fragen zu diesem Thema?

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Klaus Dieter Girnt

Klaus Dieter Girnt

Vorstand · zuständig für Nachlassabwicklung

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