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Betreuung & Vorsorge

So viel zahlen Sie ab 1. Juli 2023 für die Pflegeversicherung

Mit der Pflegereform zum 1. Juli 2023 zahlten kinderlose Beschäftigte mehr für die Pflegeversicherung, Eltern mit zwei und mehr Kindern unter 25 Jahren weniger. Rentner traf die Reform besonders, weil sie den Beitrag in voller Höhe selbst tragen.

Veröffentlicht am Lesezeit ca. 3 Minuten

Rechtsstand: 19.06.2023 · Die genannte Rechtsprechung entspricht dem Stand zu diesem Datum.

Klaus Dieter Girnt

Vorstand der lightzins eG · Berufs-Nachlasspfleger (DVEV) · Testamentsvollstrecker (DVEV) · Dozent an der VHS Bochum und weiteren öffentlich-rechtlichen Bildungsstätten · BAFA- und KfW-akkreditiert · Gründungsmitglied der lightzins eG

Drei unterschiedlich hohe Stapel aus hellen Holzbausteinen, einer mit grünem Stein obenauf, daneben eine grüne Mappe

Ab dem 1. Juli 2023 zahlen viele Beschäftigte höhere Beiträge bei der Pflegeversicherung. Grund ist die Pflegereform, welche die gestiegenen Kosten in der Branche abfedern und die Finanzierung fairer gestalten soll.

Denn nicht bei allen Arbeitnehmern wird mehr vom Lohn einbehalten. Vor allem Beschäftigte ohne Kinder müssen mehr leisten, während Familien mit jüngeren Kindern entlastet werden.

Kinderlose

Für kinderlose Beschäftigte steigt der Arbeitnehmeranteil bei der Pflegeversicherung von derzeit 1,875 Prozent auf 2,3 Prozent des Bruttoeinkommens an.

Bei einem monatlichen Bruttogehalt von 3.000,00 Euro werden demnach statt der bisherigen 56,25 Euro dann 69,00 Euro vom Arbeitgeber einbehalten und abgeführt. Damit landen jeden Monat 12,75 Euro weniger im Geldbeutel. Aufs Jahr gerechnet sind dies 153,00 Euro.

Wer mehr verdient, hat eine entsprechend höhere Belastung. Bei geringeren Einkommen fällt die Mehrbelastung niedriger aus.

Familien bis zwei Kinder

Eine Mutter mit zwei Kindern unter 25 Jahren wird hingegen entlastet. Denn bei ihr sinkt der Arbeitnehmeranteil ab dem 1. Juli von 1,525 auf 1,45 Prozent.

Beim Bruttogehalt von 3.000,00 Euro hat sie nun jeden Monat 2,25 Euro mehr im Geldbeutel – also 27,00 Euro pro Jahr. Denn sie muss dann statt 45,75 Euro nur noch 43,50 Euro Monatsbeitrag zur Pflegeversicherung leisten.

Allerdings bleibt dieser Beitragssatz nur so lange bestehen, bis das letztgeborene Kind das 25. Lebensjahr vollendet hat. Denn die Entlastung auf Lebenszeit gibt es immer nur für ein Kind.

Sobald das jüngste Kind das 25. Lebensjahr vollendet hat, steigt ihr Beitragssatz nach derzeitigem Stand auf 1,7 Prozent an, das wären 51,00 Euro pro Monat.

Familien ab drei Kinder

Wer mehr als zwei junge Kinder hat, wird noch stärker entlastet. Bei drei Kindern beträgt der Beitragssatz zur Pflegeversicherung nur noch 1,2 Prozent, bei vier Kindern 0,95 Prozent und bei fünf und mehr Kindern 0,7 Prozent. Die Entlastung gilt jeweils für beide Elternteile.

Rentner

Rentner trifft die Pflegereform besonders, weil sie die Beiträge zur Pflegeversicherung in voller Höhe zahlen müssen. Bei ihnen gibt es schließlich keinen Arbeitgeber mehr, der einen Teil des Beitrags übernimmt.

Ein kinderloser Ruheständler, der z. B. 1.800,00 Euro Rente bezieht, muss ab dem 1. Juli einen monatlichen Beitrag von 72,00 statt bislang 61,20 Euro zahlen. Das sind 10,80 Euro mehr.

Bei gleicher Rentenhöhe muss ein Rentner mit Kindern über 25 Jahren nur 6,30 Euro pro Monat mehr zahlen. Sein Beitrag steigt von 54,90 Euro auf 61,20 Euro an.

Über den Autor
Klaus Dieter Girnt

Klaus Dieter Girnt

Vorstand der lightzins eG

Klaus Dieter Girnt setzt sich seit über 30 Jahren dafür ein, dass Menschen im Alter ihren Lebensstil beibehalten können und ihre individuellen Wünsche bestmöglich absichern. Er ist Autor des Buchs „ich habe vorgesorgt“.

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  • Testamentsvollstrecker (DVEV)
  • Dozent an der VHS Bochum und weiteren öffentlich-rechtlichen Bildungsstätten
  • BAFA- und KfW-akkreditiert
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Klaus Dieter Girnt

Klaus Dieter Girnt

Vorstand · zuständig für Nachlassabwicklung

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