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Betreuung & Vorsorge

Pflegenotstand! Bis 2049 fehlen mehr als eine viertel Million Pflegekräfte

Nach einer Vorausberechnung des Statistischen Bundesamtes steigt der Bedarf an erwerbstätigen Pflegekräften in Deutschland bis 2049 um ein Drittel auf 2,15 Millionen. Je nach Szenario fehlen dann zwischen 280.000 und 690.000 Pflegekräfte.

Veröffentlicht am Lesezeit ca. 2 Minuten

Rechtsstand: 08.02.2024 · Die genannte Rechtsprechung entspricht dem Stand zu diesem Datum.

Klaus Dieter Girnt

Vorstand der lightzins eG · Berufs-Nachlasspfleger (DVEV) · Testamentsvollstrecker (DVEV) · Dozent an der VHS Bochum und weiteren öffentlich-rechtlichen Bildungsstätten · BAFA- und KfW-akkreditiert · Gründungsmitglied der lightzins eG

Hand hält ein Smartphone über einem aufgeschlagenen Kalender, darauf ein grüner Kugelschreiber

Wegen der zunehmenden Alterung der Gesellschaft braucht Deutschland in den kommenden Jahren Hunderttausende Pflegekräfte. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, steigt der Bedarf an erwerbstätigen Pflegekräften – ausgehend von 1,62 Millionen vor Beginn der Corona-Pandemie – bis 2049 voraussichtlich um ein Drittel auf 2,15 Millionen.

Demnach werden bis zum Jahr 2049 voraussichtlich zwischen 280.000 und 690.000 zusätzliche Pflegekräfte gebraucht. Dafür hat das Bundesamt zwei verschiedene Szenarien vorausberechnet – je nachdem, welche gesellschaftlichen und demografischen Veränderungen einbezogen werden.

Babyboomer gehen in Rente

Das erste Szenario berücksichtigt ausschließlich die Folgen der demografischen Entwicklungen auf den künftigen Bedarf an Pflegekräften. Nach dieser Berechnung sinkt die Zahl der Pflegekräfte von 1,62 Millionen im Jahr 2019 bis 2049 auf 1,46 Millionen. „Haupttreiber dieser Entwicklung ist das verstärkte Erreichen des Renteneintrittsalters der Babyboomer-Generation in den nächsten zehn Jahren, wodurch dem Arbeitsmarkt alleine aus Altersgründen benötigte Pflegekräfte fehlen werden“, teilten die Statistiker mit. Nach dieser Vorausberechnung fehlen im Jahr 2049 rechnerisch 690.000 Pflegekräfte. Das entspricht 43 Prozent der 2019 in Pflegeberufen tätigen Personen.

Das zweite Szenario berücksichtigt neben der demografischen Entwicklung auch die positiven Trends am Pflegearbeitsmarkt aus den 2010er-Jahren und geht von einer möglichen Fortsetzung dieser aus. Demnach steigt die Zahl der erwerbstätigen Pflegekräfte bis 2049 auf 1,87 Millionen. Doch selbst in diesem Szenario läge die Zahl im Jahr 2049 um 280.000 unter dem erwarteten Bedarf.

Verbesserte Arbeitsbedingungen und Zuwanderung

„Der Pflegebereich ist in der Tat einer derjenigen mit den stärksten Engpässen“, sagte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Nachrichtenagentur Reuters. „Und er wird in die Klemme geraten, denn mit der Alterung steigt der Bedarf.“ Gleichzeitig sinke das Arbeitskräftepotenzial, denn gerade in belastenden Berufen würden Beschäftigte frühzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Hier sei es zentral, Arbeitsbedingungen und Tätigkeitsprofile so zu gestalten, dass ein Verbleib im Job ermöglicht werde.

Auch Zuwanderung sei bisher wichtig, um den Pflegebedarf zu decken, sagte Weber weiter. Die Potenziale in der EU seien aber begrenzt. „Wir müssen in der Lage sein, in Deutschland etwas anders ausgerichtete Kompetenzen anzuerkennen und weiterzuentwickeln.“

Über den Autor
Klaus Dieter Girnt

Klaus Dieter Girnt

Vorstand der lightzins eG

Klaus Dieter Girnt setzt sich seit über 30 Jahren dafür ein, dass Menschen im Alter ihren Lebensstil beibehalten können und ihre individuellen Wünsche bestmöglich absichern. Er ist Autor des Buchs „ich habe vorgesorgt“.

  • Berufs-Nachlasspfleger (DVEV)
  • Testamentsvollstrecker (DVEV)
  • Dozent an der VHS Bochum und weiteren öffentlich-rechtlichen Bildungsstätten
  • BAFA- und KfW-akkreditiert
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Klaus Dieter Girnt

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Vorstand · zuständig für Nachlassabwicklung

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